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Der “Blaubar” – Die Basisfur ne Menge SpaB

Wir hatten Anfang Dezember 2000 und langsam wurde es Zeit, das ich mich um ein geeignetes Basisfahrzeug für die geplante Herztransplantation, pardon, will sagen den geplanten Umbau eines GR Station Highroof (Hochdach) auf den jüngst erworbenen 4,2 Liter Diesel bemühte (wir erinnern uns an meine erste “graue Maus”). 

Dazu fehlte mir jedoch noch eben jener GR Station mit Hochdach als Basis. Auf dem deutschen Markt hat es das Auto nie gegeben, also hatte es auch gar keinen Sinn hier danach zu suchen. Aus diversen Prospekten wusste ich nun das es das Auto mit dem RD28T Turbodiesel z.B. in der Schweiz und in den Niederlanden gegeben hat. Also suchte ich gezielt in diesen Ländern, glücklicherweise gibt es dabei so hilfreiche Webseiten wie z.B. www.mobile.de oder www.autoscout24.de welche auch im Europäischen Ausland vertreten sind. Hier wurden also gleich Suchaufträge eingerichtet. Parallel dazu verfasste ich eine e-mail an die NISSAN Motor (Schweiz) AG mit der Frage ob diese Fahrzeuge mit Hochdach recht häufig verkauft wurden und ob es eine Chance gibt über einen Schweizer Nissan-Händler an ein solches Fahrzeug zu kommen. 


Entgegen meinen Erwartungen kam bereits am nächsten Tag eine Antwort des Product Managers 4×4/LCV der Nissan Motor Schweiz AG. Er erklärte mir, das diese Fahrzeuge in der Schweiz bis ca. 93/94 verkauft und zumeist an Handwerker oder Organisationen geliefert wurden. Diese in der Schweiz VAN genannte Karosserievariante hatte größtenteils eine Magerausstattung mit nur zwei Sitzplätzen, Venylteppich, manuellen Freilaufnaben usw. Also genau meine Kragenweite. Leider konnte mir der Product Manager aber bei meiner Suche auch nicht weiterhelfen, denn laut der Dispo von Nissan Schweiz sind diese Fahrzeuge seit ca. 1998 nicht mehr im “Umlauf” (was er damit wohl meinte?). Schade, aber dennoch sehr informativ!


Auch die Suchaufträge bei den beiden oben genannten großen Gebrauchtwagenmärkten im Internet versprachen keinen großen Erfolg. Zwar hatte ich tatsächlich ein Fahrzeug in der Schweiz ausfindig machen können, aber als ich dort anrief war das Auto bereits verkauft worden. Als ich schon fast aufgegeben hatte beschloß ich quasi als seidenen Faden noch eine Anfrage im Forum von Extrem-Motorsport , Sahara-Info und nicht zuletzt viermalvier zu platzieren, in der Hoffnung auf einen In- oder Ausländischen Leser der vielleicht eine Bezugsquelle für ein solches Auto wüsste.


Zwei Wochen lang tat sich gar nichts, dann plötzlich eine Reaktion im Extrem-Forum von einem Hagen B. Er schrieb von einem Bekannten der ein solches Auto hätte und sich mit dem Gedanken trage dieses evtl. zu verkaufen. Ich nahm Kontakt zu Hagen per Mail auf um näheres über das Auto zu erfahren. Er schickte mir eine kurze Beschreibung des Autos. Ganz nebenbei erwähnte er dann noch den Umstand, das sich der Besitzer derzeit beruflich in Dubai aufhält. 

Es sollte sich um einen Patrol GR Station mit Hochdach handeln, mit 4,2 Diesel-Motor !!!, Bj. 1993, 180.000 km, AHK, mechanische Seilwinde über Nebenantrieb, Rearheater (Heizung für die Hinterbänkler zwischen den Vordersitzen), Klimaanlage, Trittbrettern und Cassettenradio, TÜV/AU neu und auf 2810 kg zul. Gesamtgewicht aufgelastet sei er auch schon. Hagen wusste noch, das das Auto einen nicht unerheblichen Blechschaden beim Vorbesitzer erlitten hatte der aber in einer Mercedes Werkstatt „fachgerecht“ in Ordnung gebracht wurde. 

DAS wird mein neues Auto, ich war mir sicher! Ich könnte mir die ganze Umbauerei mit dem Motor sparen!

Ich bat Hagen doch Verbindung mit dem Besitzer des Patrols aufzunehmen und nach dessen Verkaufsabsichten zu befragen. Er versprach mir dies umgehend zu erledigen.


Bereits nach zwei Tagen, in denen ich zugegebenermaßen recht unruhig schlief, kam dann die Antwort von Hagen. Er hatte die „Freigabe“ des Patroleigners dessen Mailadresse an mich zu übermitteln damit ich direkt mit Ihm in Kontakt treten konnte. 

Gesagt, getan und noch am selben Abend verfasste ich die Mail an Herrn Thomas U. in der ich Ihn bat mir nochmals Informationen über sein Auto zukommen zu lassen. Zwei Wochen Ruhe, keine Antwort auf meine Mail, hmmmm aber lockerlassen? Nix da! Ich will „mein“ Auto!!! Also noch mal ne Mail an Hagen geschrieben mit der Bitte diese an Herrn U. weiterzuleiten. Hagen versprach dies sofort zu erledigen. Nach weiteren unendlichen 7 Tagen dann die erste Meldung von Herrn U. Yes! Der Kontakt steht! Nun geht’s ans Eingemachte. Herr U. beschrieb den Wagen nochmals in ein paar Sätzen, hierbei kam erfreulicherweise heraus, dass das Auto erst 120.000 km hinter sich hatte. Der weniger erfreuliche Teil war das doch nicht vorhandene Hochdach des Fahrzeuges, aber egal alles andere klang sehr gut. Er beschrieb noch mal die Technische Ausrüstung, hieraus resultierte die besondere Ausstattung des Motors betreffend. Er verfügte über eine doppelte Anzahl von Filtern für Öl, Luft und Kraftstoff, auch zwei Batterien waren schon eingebaut, dies alles für den Einsatz unter erschwerten Bedingungen bzw. für längere Wartungsintervalle. Herr U. gab den Verbrauch des Fahrzeuges mit Durchschnittlich 10 Litern auf 100km an, ehrlich gesagt konnte ich das zu diesem Zeitpunkt nicht glauben, aber ich sollte später eines besseren belehrt werden.

Der Patrol wurde 1995 von Herrn U. erworben und 1996 von Ihm persönlich von Usbekistan hier nach Deutschland gebracht (über 10.000km) und bekam mit allen Gutachten und Sondergenehmigungen die Deutsche Zulassung incl. der so begehrten Auflastung auf 2810kg. 

Der Fall war ziemlich eindeutig, lediglich zum Unfallschaden hatte ich noch ein paar Fragen weshalb ich Herrn U. nochmals per Mail kontaktierte.

In den ersten Februartagen kam dann die Antwort auf meine „Unfallfragen“. Es war lediglich die Karosserie in Mitleidenschaft gezogen worden, dies jedoch relativ heftig, sodass auch Teile des Daches und die A- und B-Säulen teilweise repariert werden mussten. Dieser Unfall war dann wohl auch noch bei dem damaligen Erstbesitzer, der Deutschen Botschaft in Taschkent, passiert und in einer Mercedes Werkstatt dort repariert worden. Somit hatte ich alle Infos die ich brauchte und es ging nun lediglich noch darum einen Besichtigungstermin festzumachen.

Genau hier lag das Problem! Herr U. musste sich in Dubai ersteinmal frei machen können, also hieß es für mich wieder mal warten (kenn ich ja schon, hrmpffff).


Die Zeit war lang, aber am 02.05.2001 kam endlich das ersehnte Fax von Herrn U. Er befände sich auf dem Weg nach Deutschland und wenn ich Lust hätte könnte ich am kommenden Wochenende zur Besichtigung des Autos kommen. Was ne Frage, natürlich wollte ich, je früher desto besser. Am nächsten Tag telefonierten wir kurz und verabredeten einen Besichtigungstermin am Samstag. Herr U. schob noch kurz eine Wegbeschreibung durchs Fax und der Drops war gelutscht.


Samstag 05.05.2001: Lokaltermin bei Herrn U. Zusammen mit Dirk den ich vorher früh morgens schon abgeholt hatte, fuhr ich sichtlich aufgeregt Richtung Wiesbaden. Unser VW Jetta musste ganz schön leiden unterwegs, aber lassen wir das… Gegen Mittag erreichten wir unser Ziel. Es wurden nicht allzuviele Worte vorab gemacht, wir schritten gleich zur Tat, will sagen zum Objekt der Begierde. Da stand er nun vor mir „mein“ Patrol! Ich schlich bestimmt zehnmal ums Auto rum (der Anblick muss göttlich gewesen sein). Ich fand keinen Grund dieses Auto nicht haben zu wollen. Die anschließende Probefahrt gab mir dann den Rest. Es wird immer viel erzählt von dem angeblich so riesigen Unterschied zwischen dem 2,8er Turbo und dem 4,2er aber da ich nun beide gefahren habe kann ich wohl behaupten, dass nur derjenige wirklich darüber Urteilen kann der diesen Unterschied „erfahren“ hat. Und man möge es jetzt glauben oder nicht, dieser Unterschied sind Welten! Aber ich schweife ab, also zurück zur Geschichte…

Wir waren uns sehr schnell Handelseinig und konnten so noch einen netten Plausch dranhängen der uns die Zeit fast vergessen gemacht hätte. Bei der Verabschiedung wurde noch beschlossen dass man auf jeden Fall in Kontakt bleibt, was auch bis heute wirklich der Fall ist.

Die anschließende Heimfahrt von ca. 600km waren für mich die reine Wonne (kein Wunder, ich saß ja auch in meinem neuen Auto!). Dirk allerdings hatte nicht soviel Spaß im Jetta, na ja, irgendwas ist ja immer…

Nachdem der Patrol nun schon eine ganze Weile sonor sein Liedchen trällerte, wollte ich nun auch wissen wie schnell das gute Stück denn nun wirklich ist (ich glaube da kommt jeder bei nem neuen Auto mal hin, oder?). Herr U. hatte zwar was von 180km/h erwähnt, aber in anbetracht der Tatsache das dies Werte sind die einem Toyota HDJ80 vorbehalten bleiben konnte ich dies für einen Saugdiesel nicht wirklich als realistisch ansehen. Ich sollte eines besseren belehrt werden, der Patrol lief tatsächlich laut Tachoanzeige 182km/h !!! Wahnsinn! Dirk im Jetta hatte ich schon hinter mir gelassen und auch die Insassen der Fahrzeuge welche ich derweil überholte machten teilweise einen recht überraschten Eindruck. Unsicher gefühlt habe ich mich bei dieser Geschwindigkeit nicht, aber ich gebe zu, dass dies nicht wirklich Geschwindigkeitsbereiche sind welche einem Geländewagen gut zu Gesicht stehen (rein subjektive und persönliche Meinung!) und in denen ich mich wohl fühle.


Gegen Abend kamen wir dann zuhause an. Den Neuerwerb erst einmal repräsentativ vor der Garage abgestellt und Frauchen geholt zur Begutachtung. Na, was soll ich sagen, Sie war nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hingerissen aber wenigstens hat Sie auch nicht gemeckert (na, und wenn schon, hihi).

Am darauffolgenden Tag wurde der Wagen dann endlich umgemeldet (die Kennzeichen hatte ich ja schon 4 Wochen vorher per Internet bei der Zulassungsstelle reserviert), und damit war nun endlich alles in bester Ordnung und ich war zufrieden.


Ja, das ist nun das Ende der Geschichte meines neuen Patrols… oder sollte ich lieber sagen: Der Anfang einer Never Ending Story…???

Da isser nun endlich, mein neuer (gebrauchter) Patrol! Ein markantes Profil…   …mit vorstehender Unterlippe  ;o))  
Zur Einstimmung vielleicht einfach mal ein paar Daten:
– Baudatum Juli 1993 (da erblickte er das Licht der Welt in seinem Ursprungsland Japan)
– Kilometerstand 129.787
– 2. Hand
– Hubraum 4169ccm
– Motorleistung 85kW / 115PS bei 4000 U/min
– Drehmoment 264Nm bei 2000 U/min
– 5-Gang Schaltgetriebe
– Austattungsvariante DX was soviel heißt wie Deluxe. Wer sich hier jedoch schwelgenden Luxus drunter vorstellt hat weit gefehlt. Der einzige Luxus den es an Bord gibt ist die Klimaanlage, die Fondheizung und ne Servolenkung (wir wissen ja nun schon das es auch Patrols ohne gibt, gell?!). Ansonsten fehlen alle Goodies die der deutsche Patrolkäufer quasi mit in die Wiege gelegt bekommt:
– keine ZV
– keine elektrischen Fensterheber
– keine elektrisch einstellbaren und beheizbaren Spiegel (die fehlen mir aber schon irgendwie)
– keine Colorverglasung
– kein Teppich (nur Venylbelag)
– keine Stoffsitze sondern Kunstleder (man kann das kalt sein am A…, ähm sorry, Hinterteil)
– manuelle Freilaufnaben (Gott sei Dank!)
– nicht mal ne Differentialsperre oder wenigstens ein Limited Slip Diff hat dieses Auto
Aber wollen wir meckern? Nein wollen wir natürlich nicht. Ich bin ja froh und glücklich das ich ihn habe, meinen Blaubären, und Luxus is sowieso nix für mich. Was nich da ist kann auch nich kaputt gehen!

Sieht doch aus wie ein ganz normaler Patrol GR, oder? Naja, isser ja eigentlich auch…

Auch ein schöner Rücken kann entzücken, oder? 
Der erfahrene Patrolist erkennt aber natürlich sofort das es hier Abweichungen zum deutschen Modell des Patrol gibt. Erkannt? Genau, die 3-Kammer-Leuchten welche nur außerhalb Deutschlands zum Einsatz kamen. Warum? Die rückwärtigen Leuchteinheiten müssen aus einem bestimmten Winkel noch zu erkennen sein. Dies wäre bei der rechten Rückleuchte durch das montierte Reserverad aber nicht gegeben, somit ist bei den Deutschen Modellen der Blinker (ab Modelljahr 1992) und die Rückleuchte selbst im Stoßfänger integriert.

Gut das man nen Balkon hat, dann kann man auch mal ne “Draufsicht” knipsen.  ;o))

Der Motor, das Herzstück eines jeden Automobils und im Falle dieses Patrols eine echte Rarität in deutschen Landen. Rar ist diese Motorisierung übrigens wirklich nur im europäischen Raum. Außerhalb Europas wie z.B. in Australien oder im Ursprungsland Japan ist diese Maschine nahezu Standard.
Hier seht ihr einen dieser Sagenumwobenen 4,2 Liter Saugdiesel mit der Motorenbezeichnung TD42. Nun glauben ja einige das “TD” stünde für Turbodiesel was ja aber in diesem Fall nicht zum Saugdiesel passen würde. Kenner wissen  jedoch das TD für eine ganz bestimmte Baureihe von Dieselmotoren steht. Die Ziffer hinter der Baureihe gibt den Hubraum in Litern an, natürlich durch 10 geteilt.  ;o)   Das sich die Motorenbaureihe TD auch noch mit meinen Initialen deckt halte ich persönlich allerdings für Zufall…
…oder war es doch Bestimmung??? Wer weiß…

Für die Technikfreaks unter den Lesern noch ein paar Details zum TD42:
Sechszylinder in Reihe, seitlich liegende Nockenwelle, Bohrung/Hub 96 x 96 mm, Verdichtung 22,7:1,  Hubraum 4169 cm³, Wirbelkammer-Einspritzung (Reiheneinspritzpumpe), Leistung 85 kw/115 PS bei 4000 U/min, Drehmoment 264 Nm bei 2000 U/min.

Hier das Prachtstück nochmal aus einer anderen Perspektive. 
Erwähnenswert sind einige technische Leckerbissen dieses TD42. So verfügt er, wie alle TD42 Motoren serienmäßig, über zwei Ölfilter wovon einer im Haupt- und der zweite im Nebenstrom eingebunden ist. Auch die Reinigung der Ansaugluft wird generell von zwei Filtern übernommen wie man auf diesem Bild sehen kann: Unten links befindet sich der Zyklonfilter, angebracht an der Kotflügelinnenseite und auf dem Motor selbst liegt dann der normale Luftfilterkasten. Bei einigen Fahrzeugen mit TD42 ist anstatt des Zyklon aber auch ein Grobfilter mit Papierelement verbaut worden.
Zu einem besonderen “Schlechtwegepaket” welches von Nissan Optional für bestimmte Länder und Regionen angeboten wurde zählen folgende Features:
– Reiheneinspritzpumpe (gleiche Bauart wie im SD33 aus dem Patrol Typ 160)
– Doppelbatteriesystem
– Zwei Kraftstoffilter
– Kraftstoffvorwärmung
und (das hat aber nix mit dem Motor zu tun) Schläuche in den Reifen.

Hier ist nun, noch “verpackt” ein besonderer Leckerbissen meines Patrols zu sehen (Naja, zumindest technisch ein Leckerbissen, optisch isses eher ne 6): Eine Seilwinde. Nunja, das is ja nu eigentlich auch nix soooo besonderes, Geländewagen mit Seilwinde gibt´s ja einige. Diese hier jedoch ist mechanisch angetrieben, über einen Nebenabtrieb am Getriebe (aha!)! Von dort aus führt eine kleine Kardanwelle nach vorne zur Winde selbst. Als Sicherheitsmaßnahme sind in die Welle an den Gelenken zwei Scherstifte integriert welche bei Überlast abscheren um Schaden an der Winde selbst zu vermeiden. Ich habe bis jetzt zwei solcher Scherstifte auf dem Gewissen, ich verbuche diese unter Anfängerfehler beim Umgang mit mechanischen Winden. Bedient wird die Winde über einen “Schalthebel” welcher rechts neben dem Getriebeschalthebel auf dem Getriebetunnel im innern des Fahrzeuges angebracht ist. Nen Freilauf hat die Winde natürlich auch und damit man sich als Patrolfahrer da nicht großartig umorientieren muss besteht dieser aus einer (fast) gewöhnlichen Freilaufnabe.
Das schöne an dieser Winde ist (im Gegensatz zu den mechanischen von Toyota zum Beispiel) das ich die Räder mitdrehen lassen kann wenn die Winde zieht. Die Winde ist unabhängig vom Schaltgetriebe und ihre Geschwindigkeit wird ausschließlich durch das Gaspedal bestimmt, somit kann ich die Räder ohne Probleme durch zusätzliches einlegen eines Ganges zur Unterstützung der Winde mitdrehen lassen.
Diese Winde eignet sich übrigens hervorragend dafür auf dem Außenring im Fahrgelände in Peckfitz festgefahrene, vollbeladene 130er Defender aus dem “Schlam(m)assel” zu ziehen, gell Thomas?  ;o))

Wie ich weiter oben ja schon schrieb kam der Patrol im Juli 1993 in Japan zu Welt. Grund seines Daseins war die Deutsche Botschaft in Taschkent (Usbekistan). Diese hatte den Patrol nämlich für einen Mitarbeiter aus dem Sicherheitsbereich bestellt.
Als Botschaftsfahrzeug wurde der Gute natürlich sehr gut gehegt und gepflegt, dennoch passierte es eines Tages in Winterlicher Landschaft das der Fahrer den Patrol nicht unter Kontrolle halten konnte und dieser somit einen Ausflug in die Botanik unternahm. Hierbei wurde die Karosserie des Blaubären einer doch recht heftigen Kaltverformung unterzogen. Das ganze wurde aber natürlich in einer Mercedes “Fachwerkstatt” behoben. Hier wurde dann leider auch die Originale Lackierung (Farbcode 2L6 der wiederum aus TH1 (blau) oben und KJ1 (silber) unten bestand) im unteren Bereich einfach gegen die blaue Farbe ersetzt. Naja, zumindest ist er bis heute dicht, das schafft so mancher Landy im Neuzustand nicht!  ;o))

1995 erwarb dann Thomas U. (ja, das ist der von dem ich das Auto gekauft habe) den Patrol. Zu dieser Zeit war er von seinem Arbeitgeber aus in Taschkent stationiert. Er hat das Auto dann noch 3 Jahre dort gefahren bevor ihn wiederum sein Arbeitgeber nach Dubai abkommandierte. Die Entscheidung für den Verbleib des Patrols fiel dann auch sehr schnell und Thomas zögerte nicht lang und fuhr den Patrol (auf eigener Achse) die 11.000km von Tashkent nach Deutschland zu seinem Heimatwohnsitz. Dort verdiente er jedoch eher die Bezeichnung Stehzeug denn Fahrzeug. Thomas war ja nur alle 6 Monate für ein paar Wochen zuhause und in dieser Zeit genoß er dann auch noch den Luxus eines Firmenwagens. 

Eigentlich hatte Thomas garnicht vor den Wagen zu verkaufen, genau wie ich verbindet er eher ideelle als fianzielle Werte mit einem solchen Objekt. Irgendwann gelangte Thomas dann aber doch zu der Überzeugung das der Patrol durchs rumstehen nicht besser wird und so entschloß er sich dann doch mir den Wagen zu veräußern. So schließt sich nunendlich wieder dieser Kreis des Lebens…

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